Nach 1543, als die Festung in den Besitz der Familie Bathory gelangte, wurde der Lauf des Flusses verändert, um auch den südlichen Teil der Festung zu schützen. Auf diese Art blieb die Stadt auf einer Insel, als Wasserburg, durch drei Brücken über den Samosch mit den wichtigsten Wegen verbunden. 1562 wird die Festung von den türkischen Heerscharen unter Ibrahim-Pascha aus Buda und Maleoci-Pascha aus Temeswar belagert. Es folgte die Belagerung durch die Habsburger, und diese brannten, beim Verlassen der Festung die Stadt nieder. Einige Zeit später erhielt der österreichische General Lazar Schwendi die Aufgabe, die Stadt, nach den Plänen des italienischen Architekten Ottavio Baldigara ,wieder aufzubauen.
Das geschah nach dem Muster der italienischen Festungsbauten, in der Form eines Fünfecks mit fünf Basteien. Obwohl Mintiu und Sathmar/Satu Mare im Mittelalter zwei verschiedene Städte durch den Samosch/Someş getrennt waren, vereinigten sie sich verwaltungsmäßig allmählich (1712-1715). Die Vereinigungsurkunde wurde am 2. Januar 1721 von Karl VI. er-stellt. Sathmar/Satu Mare erhielt gleichzeitig auch den Status einer freien, königlichen Stadt.
Dank der schon im 13.Jh. erhaltenen wirtschaftlichen und Handelsprivilegien wird Sathmar/Satu Mare ein bedeutendes Zentrum der Handwerker-Zünfte. Mit dem 18. Jh. beginnt beginnt eine starke städtebauliche Entwicklung , aus dieser Zeit stammen repräsentative Bauten wie: das alte Rathaus, die Herberge, eine Kaserne, die griechisch-katholische Kirche, die reformierte Kirche u.a. 1844 werden intensiv die Straßen gepflastert, ein Vorhaben, das schon 1805 begonnen hatte. Es erscheinen auch die ersten Industrieunternehmen: die Dampfmühle, die Ziegelei, der Holzverarbeitungsbetrieb Neuschloss, das Sägewerk, die Fabriken Prinz und Unio. Sathmar/Satu Mare wird zu einem wichtigen Eisenbahnknoten, da es an der Kreuzung bedeutender Handelsstraßen liegt. 1871 baut man die Eisenbahnstrecke Sathmar/Satu Mare-Großkarol/Carei, 1872 die Strecke Sathmar/Satu Mare –Sighet, 1894 die Strecke Sathmar/Satu Mare-Neustadt/Baia Mare, und nach 1900 die Eisenbahnlinien, die Sathmar/Satu mare mit verschiedenen Ortschaften des Kreises verbanden: Erdeed/Ardud (1900), Bixad (1906).
Am Ende des Ersten Weltkrieges, als Folge durch die Vereinigung am 1. Dezember 1918 geschaffener Bedingungen, kennt Sathmar/Satu Mare wie übrigens alle Städte Siebenbürgens einen bemerkbaren Aufschwung. Die großen Betriebe der Stadt gedeihen, die Verwaltung investiert in Verkehrswege, Schulen, Krankenhäuser, öffentliche Bauten, Stadtwerke. Parallel entwickeln sich der Handel und das Bankwesen, 1929 wird die Industrie- und Handelskammer gegründet, sowie auch die Warenbörse, die 25 anonyme Handelsgesellschaften und 75 Industriebetriebe als Mitglieder haben. Im Jahre 1930 gab es schon 33 Banken.
Der Aufstieg des Faschismus in Europa und der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges haben dramatische Veränderungen im sozial-politischen und wirtschaftlichen Klima der Stadt mit sich gebracht. Der Sommer des Jahres 1940 bildet eine der tragischsten Seiten der rumänischen Geschichte: Nordwest Siebenbürgen wird uns durch den widerwärtigen Wiener Schiedsspruch geraubt, Stalin annektiert infolge des Ribbentrop-Molotov-Paktes Nordbukowina, Bessarabien und das Gebiet Herţa und Bulgarien erhält den Cadrilater. Von all diesen Territorien konnte nach dem Krieg nur Siebenbürgen – im Herbst des Jahres 1944 von der rumänischen Armee befreit - wiedergewonnen werden. Nach der Yalta-Konferenz 1945 wurde in Rumänien, wie auch in anderen mitteleuropäischen – von den Allierten der russichen Einflußzone ausgelieferten Ländern - der Kommunismus eingeführt. Die Diktatur dauerte fast ein halbes Jahrhundert und hinterließ tiefe Spuren in dem Gewissen und Schicksal der Menschen. Das Land entwickelte sich autark, mit Ergebnissen, die bei weitem die Ausgaben nicht rechtfertigten.
1972 wurde das 1000-jährige Bestehen von Sathmar/Satu Mare feierlich begangen.
Die Diktatur wurde erst im Dezember 1989 gestürzt als folge einer antikommunistischen Revolution, die einen Großteil der Bevölkerung der großen Städte auf die Straße brachte und über 1200 Opfer machte. Der schwer erkämpfte Sieg ermöglichte aber die Wiedereinsetzung
eines pluralistischen politischen Systems, den Wiederaufbau demokratischer Institutionen und die Eiführung der marktwirtschaftlichen Prinzipien.
